vorfreude auf “bad witch”

am 22. juni, also in genau einem monat, erscheint mit “bad witch” der letzte teil der (e.p.-)trilogie, welche einst mit “not the actual events” ebenfalls akkustisch eher ungewohnt startete, als “burning bright (field on fire)” vorab veröffentlicht wurde.

die single “less than” (von “add violence“) war hingegen von der struktur sehr herkömmlich, dennoch hielt die zweite e.p. neben “not anymore” noch 3 recht schöne, ruhigere stücke bereit.

mit “god break down the door” sorgt bei e.p. nr.3 erneut eine vorab-single für aufregung. klingt sie doch arg anders als alles von “nine inch nails” zuvor.
die freiheit, die sich trent reznor und atticus ross hierbei nehmen, feiern sie im jüngsten interview mit zane lowe1 ein wenig ab:

obwohl mit den konzerten in europa jetzt vor allem eben festival-auftritte anstehen, sinniert reznor wieder oder weiter über die künstlerische sinnhaftigkeit dessen, und um die fragen “do we wanna tour?” und “how would we like to tour?”.
allgemein prophezeit er die abkehr vom klassischen dauer-tour-modus, was auch konsequent ist, hatte nin doch 2009 aus guten gründen “wave goodbye” gesagt.
“we have families, we have other things that interest us”, so reznors worte.

die konzerte, die ab september, zusammen mit “the jesus and mary chain”, in den usa anstehen, sind in der tat etwas anderes: sie finden in kleineren venues statt, dafür dort dann gleich jeweils mehrere male.
auszugehen ist auch davon dass weniger die “greatest hits” im mittelpunkt stehen werden, als das umfangreiche oeuvre der nun abgeschlossenen trilogie.

klingt fantastisch und eigentlich nach genau der art von nin-konzert, das ich mir als langjähriger fan auch wünschen würde.
einzig an tickets von deutschland aus zu gelangen dürfte schwierig werden, denn auch hier gehen nin neue wege, holten den vorverkauf zurück in die analoge welt.
das bedeutete am 19.05. überall, wie hier in atlanta, stundenlanges schlangestehen, schon monate vor dem konzert, wird aber auch mit “physical components” (zum verkauf) belohnt (siehe twitter-screenshot).

UPDATE: hier noch ein schönes erklär-video, was da eigentlich am 19. und 20. mai vor sich ging:

ich bin froh wenn “nine inch nails” spannend bleiben und sich dabei auf das, was sie2 aktuell für sich selbst darstellen, konzentrieren. der luxus, ein darauf konzentriertes konzerterlebnis zu haben, ist bei konzerten in europa weniger umsetzbar, handelt es sich doch meist um auftritte vor betrunkenen festival-crowds.
beim ausverkauften konzert in der berliner “zitadelle” im juli3 kommt dann teilweise noch helles tageslicht hinzu (das konzert muss früh anfangen, weil um 22 uhr bereits schluss sein soll auf dem open air-gelände). bereits 2013/2014 war es so, dass die wenigen neuen tracks von “hesitation marks” ausgerechnet auf dem “rock n heim”-festivals besonders zur geltung kamen.

ich gönne den amerikanischen fans aber die shows von september bis dezember, würde dafür sogar ebenfalls schlange stehen. und diesen flashback in teenager-aufgeregtheit würde ich vermutlich auch genießen.

so bleibt mir aber immerhin die vorfreude auf “bad witch”. mit 6 tracks und 33 minuten laufzeit eigentlich nicht verständlich, beharrt reznor darauf, dass es sich hier, genau genommen um ein neues album handelt, nicht um eine e.p. – dies hatte er zunächst in obigem interview erwähnt und dann im “echoing the sound”-fanforum eher technisch verteidigt:

Want to know why it’s being labelled an LP instead of an EP?
EPs show up with singles in Spotify and other streaming services = they get lost easier.
EPs feel less important in today’s music-isn’t-as-important-as-it-once-was world. Why make it easier to ignore?
We’re not charging any more for it so why get worked up about it?

  1. hier sind ein paar sätze deskribiert []
  2. inzwischen kann man von “nine inch nails” im plural sprechen, ist atticus ross doch wohl gleichberechtigtes “band”mitglied []
  3. auf der website einer brauerei gibt es tickets zu gewinnen []



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